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Sich lieben mit immer besseren Waffen

Durcheinander Erich Fried Sich lieben in einer Zeit in der Menschen einander töten mit immer besseren Waffen und einander verhungern lassen Und wissen das man wenig dagegen tun kann und versuchen nicht stumpf zu werden Und doch sich lieben Sich lieben und einander verhungern lassen Sich lieben und wissen dass man wenig dagegen tun kann Sich lieben und versuchen nicht stumpf zu werden Sich lieben und mit der Zeit  einander töten Und doch sich lieben mit immer besseren Waffen

Ich staune, daß die rote Farbe rot ist

Ich staune Ich staune, daß die rote Farbe rot ist, Ich staune, daß die gelbe gelb erglimmt. Ich staune, daß, was ringsum lebt, nicht tot ist, Und daß, was tot ist, nicht ins Leben stimmt. Ich staune, daß der Tag alltäglich nachtet, Wenn ihm das Licht verwest zur Dämmerung. Ich staune, daß frühmorgens überfrachtet Von Sonnenglück, ein neuer kommt in Schwung. Ich staune, daß durch alle Lebenssprossen Das Männ- und Weibliche geschieden bleibt, Und diese Zwieheit, niemals ausgenossen, Als Wonne unsre Herzensfluten treibt. Mein Staunen ist kein Forschen nach dem Sinn. Mein Staunen ist des Sinnes selbst der Sinn. Nur durch Erstaunung werd ich meiner inne. Ich staune, daß ich staune, daß ich bin Quelle:"F.Werfel - Gedichte aus den Jahren 1908-1945"; Fischer Verlag 1993

Deutsches Wiegenlied

Kind gib Ruh! Die Äuglein mach zu! Der Nachbar hängt am Baum Du kriegst die Pflaum. Quelle: Heiner Müller "Werke 1 / Die Gedichte"; Suhrkamp Verlag

Ich bin der Engel der Verzweiflung

Ich bin der Engel der Verzweiflung. Mit meinen Händen teile ich den Rausch aus, die Betäubung, das Vergessen, Lust und Qual der Leiber. Meine Rede ist das Schweigen, mein Gesang der Schrei. Im Schatten meiner Flügel wohnt der Schrecken. Meine Hoffnung ist der letzte Atem. Meine Hoffnung ist die erste Schlacht. Ich bin das Messer mit dem der Tote seinen Sarg aufsprengt. Ich bin der sein wird. Mein Flug ist der Aufstand, mein Himmel der Abgrund von morgen. Quelle: Heiner Müller "Werke 1 / Die Gedichte"; Suhrkamp Verlag

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen Sie gehört mir nicht. Ich werde dir keinen Stern  Pflücken: Ich habe kein Geld für Blumen und keine Zeit Verse zu machen nur für dich: mein Leben Wird so und so zu knapp sein für ein ganzes. Wenn ich dir sage: für dich werd ich alles tun Werde ich dir eine Lüge sagen. (Du weißt es) Ich liebe dich mit meiner ganzen Liebe. Quelle: Heiner Müller "Werke 1 / Die Gedichte"; Suhrkamp Verlag

Roter Mond

im Untergang  die Sonne im Aufgang rot wie Blut  der Mond er taumelt auf der Straße

Versuch eines Haiku

Komm ganz nah mein Kind spreche laut deutlich angebracht danach folge dem Wind.

Black and White

In Weiß gehüllt die Dunkelheit im Nacken, schwarz um den Mund blaue Lippen.

Bei mir ...

...bei mir geht überhaupt nichts mehr weil sich alles um dich dreht, seit der Himmel jeden Morgen deine Augenfarbe trägt... (Element of Crime )